es gibt keinen gott. aber gibt es engel?
diese frage stellte sich am vergangenen samstag in der philharmonie, beim letzten stück vor der pause. auszug aus dem programmtext:
"Mit Harveys neuen Messages musizieren beide Klangkörper nun ein elektronikfreies Werk, dessen Raumkonzept sich doppelchörig manifestiert – ein Verfahren, das Harvey bereits 1994 in Angels angewandt hat.
Von Engeln handeln auch die Messages, deren Text ausschließlich aus Engelnamen besteht. Das etwa 25-minütige Werk reiht Anrufungsrituale von über hundert geflügelten Boten, die sich in sieben Himmeln bewegen. Heaven nennt Harvey jedenfalls die sieben ineinander übergehenden Teile seines Stücks, dessen ruhig fließende Metren ausschließlich von der Silbenzahl des jeweils deklamierten Engelnamens abhängen. Diese Ausgangsidee wird von den Chören äußerst differenziert umgesetzt: vom »unhörbar« eintretenden Summen am Beginn über vielstimmiges Flüstern in Wellen, klar zäsurierten Wechselgesang, improvisierte Tempogestaltung bis zum ätherisch gehauchten Pianissimo des Seventh Heaven. Nicht weniger raffiniert ist die Behandlung des großen Orchesters, das von einer Art Concertino (Celesta, Klavier, Cimbalom und zwei Harfen) angetrieben wird. Auch hier fächert Harvey den Klang auf und verwandelt die Instrumente beispielsweise nach der Anrufung des Erzengels Raphael im Second Heaven in einen großen Flügel, der mit leisen Glissandi, Tremoli und Bläser-Atmen auf- und abrauscht."
der prinz ist atheist. aber kann es sein, dass bei der musikalischen anrufung aller engel (noch dazu auf hebräisch!) sich ein klein wenig divine presence einstellt? he was reduced to tears.
"Mit Harveys neuen Messages musizieren beide Klangkörper nun ein elektronikfreies Werk, dessen Raumkonzept sich doppelchörig manifestiert – ein Verfahren, das Harvey bereits 1994 in Angels angewandt hat.
Von Engeln handeln auch die Messages, deren Text ausschließlich aus Engelnamen besteht. Das etwa 25-minütige Werk reiht Anrufungsrituale von über hundert geflügelten Boten, die sich in sieben Himmeln bewegen. Heaven nennt Harvey jedenfalls die sieben ineinander übergehenden Teile seines Stücks, dessen ruhig fließende Metren ausschließlich von der Silbenzahl des jeweils deklamierten Engelnamens abhängen. Diese Ausgangsidee wird von den Chören äußerst differenziert umgesetzt: vom »unhörbar« eintretenden Summen am Beginn über vielstimmiges Flüstern in Wellen, klar zäsurierten Wechselgesang, improvisierte Tempogestaltung bis zum ätherisch gehauchten Pianissimo des Seventh Heaven. Nicht weniger raffiniert ist die Behandlung des großen Orchesters, das von einer Art Concertino (Celesta, Klavier, Cimbalom und zwei Harfen) angetrieben wird. Auch hier fächert Harvey den Klang auf und verwandelt die Instrumente beispielsweise nach der Anrufung des Erzengels Raphael im Second Heaven in einen großen Flügel, der mit leisen Glissandi, Tremoli und Bläser-Atmen auf- und abrauscht."
der prinz ist atheist. aber kann es sein, dass bei der musikalischen anrufung aller engel (noch dazu auf hebräisch!) sich ein klein wenig divine presence einstellt? he was reduced to tears.
raketenprinz - 2. Apr, 23:45
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