beichtstuhl

Sonntag, 9. Dezember 2007

zielgruppenbestimmung

wenn man denn dann nach erfolgreich vollzogenem gv im bett liegt und sich der austragungspartner in die rechte armbeuge schmiegt und dieser dann fragt – weil er wohl meint, dass gehöre sich so nach dem sex – seit wann man denn in berlin wohne, und man antwortet, dass man seit 1989 bürger dieser stadt sei, und die antwort erhält, dass sei doch zum mauerfall gewesen, davon hätte der austragungspartner auch schon gehört, sein vater sei nämlich geschichtslehrer, dann kann man sich sicher sein, soeben das untere ende des alterskorridors möglicher sexualpartner ausgelotet zu haben.

Dienstag, 25. September 2007

eine never-fuck-the-same-kostenstelle–beichte.

der tabu- und schamlose herr winkelsen hat wieder einmal die vorlage gegeben. grund genug, dass der prinz eine neue, lang überfällige rubrik eröffnet: den beichtstuhl.

"in all den jahren, und es waren derer viele, und trotz aller versuchungen, und es waren derer einige, hat der prinz nie das eherne gesetz gebrochen."
das war das prinzen-mantra zum thema untenrummigkeiten in der firma. the policy of truth gebietet korrektur: ein einziges, winziges kleines und bestimmt verjährtes mal kam es doch zu einer kurzfristigen schnittmenge zwischen kollegenkreis und sexualpartnerschaft. und das kam so:

zu beginn war der prinz der erste und längere zeit auch der einzige seines schlages sexueller desorientierung im betrieb. kurios, da viele diese branche in einem atemzug mit friseurinnung, floristik und flugbegleiterschaft nannten.
der prinz war darob nicht enttäuscht, sondern pionier. und natürlich unverdächtig, das eherne gesetz zu brechen.

mit zeit und wachstum ergab es sich, dass dann doch die eine oder andere nicht nur äußerlich attraktive, sondern auch technisch relevante option auf den plan trat. zum beispiel der gut trainierte artie mit dem süßen lönneberga-namen. oder die geile sau der charmante herr k*, der seinerseits ein maximal breites suchfeld definiert hatte. und auch der frisch verheiratete mann d*, der so doppelt gar nicht ging, weil er gleichzeitig an den prinzen berichtete. und dann j*, der alle phänotypischen trigger des prinzen auf einmal bediente und der im blauen salon damit warb, "es gerne versaut" zu mögen.
werte leserschaft, sie sehen: in all den jahren gab es die eine oder andere versuchung. und allen widerstand der prinz. bis auf einer.

h* kam aus köln (inkl. der entsprechenden eigenschaften), hatte den gleichen titel auf der visitenkarte und, wie der prinz später feststellen sollte, ein riesengerät. als h* kollege wurde, war er dem prinz nicht gänzlich unsympathisch, aber ein wenig peinlich. aus gründen, die der prinz nicht ganz benennen konnte. vielleicht war es die rheinische lautstärke, vielleicht waren es die verbrüderungsgesten ob der gleichen sexuellen desorientierung.

dann begab es sich, dass die firma einen ausflug plante. mit übernachtung. in so junior suites für zwei. und der prinz dachte so bei sich: eine unverfängliche, z.b. ebenfalls desorientierte frau ist momentan nicht verfügbar. ein mann könnte die prinzliche orientierung zum anlass nehmen, absurde verhaltensweisen an den tag zu legen. damit wollte der prinz sich auch nicht auseinandersetzen. am entspanntesten ist es doch wohl dann mit h*. also wurden prinz und h* in eine dieser junior suites gebucht.

das verhängnis zeichnete sich schon bei der ankunft in form eines doppelbettes ab. eines relativ schmalen doppelbettes. (ob die anderen kollegen bei der ankunft vor gleichen suiten und entsprechenden problematiken standen, hat der prinz nie geprüft.) in dem bereich, dem ein schnödes doppelzimmer einen anglizistischen namen und die vorsilbe junior zu verdanken hatte, stand ein sofa. auf dem man theoretisch auch hätte eine schlafstatt einrichten können. taten h* und der prinz aus rücksicht auf eigenen wie fremden rücken aber nicht.

jetzt ist es an der zeit, ein kleines prinzliches handicap zu lüften: jeden morgen, den der herr werden lässt, wacht der prinz nicht nur mit dem auf, was in neukölln "mola" genannt wird. nein, er wacht auch auf mit einem verlangen, dass wiederum in spandau mit "spitz wie nachbars lumpi" umschrieben wird. wohlgemerkt: jeden morgen. auch z.b. den morgen nach nur zwei stunden schlaf auf dem langstreckenflug, und zwar auch in anwesenheit fremder sitznachbarn oder bei exitplätzen gegenüber sitzender flugbegleiter. werte leserschaft, glauben sie dem prinzen: das ist keine freude.

am nächsten morgen in der junior suite ging es dem prinzen nicht anders. doch dies alleine wäre noch kein verhängnis geworden: der prinz wäre nicht der prinz hätte er nicht in jahrelangem training gelernt, seiner morgentlichen disposition keine taten folgen zu lassen.
doch dann entdeckte der prinz, dass h* offenbar an gleichem handicap litt – oder einfach die gunst der stunde zu nutzen gedachte. und hier kommt dann leider der umstand ins spiel, dass morgentliche schläfrigkeit plus "mola" plus "spitz wie nachbars lumpi" zu einer gesteigerten beeindruckbarkeit führen. um es kurz zu machen: als dieses riesengerät – and the prinz ist schon alleine aus technischer irrelevanz wirklich keine size queen – samt eines auch sonst nicht unansehnlichen körpers die wenigen zentimeter zwischen prinzlicher und gegenüberliegender seite überbrückte, war es um die prinzliche treue zum ehernen gesetz geschehen. und bis heute hat er es nie auch nur einer menschenseele berichtet. und, sofern er das einschätzen kann, h* trotz seiner rheinischen redefreude auch nicht.

so, jetzt ist es raus.

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