spiegel

Sonntag, 6. Juli 2008

fröhlichkeit!

- will sich ja noch nicht so richtig einstellen. aber da ja akute gefahr besteht, dass der prinz nicht nur ein alter sack, sondern ein griesgrämiger, alter sack wird, hat er beschlossen, zumindest den ansatz eines versuchs zu unternehmen, auch die guten, schönen, leichten und erfreulichen seiten des lebens zu sehen.

also: was gibt es erfreuliches aus der letzten woche zu berichten?

da wäre zum einen das geminderte arbeitspensum. noch nicht ganz im grünen bereich, aber schon meilenweit näher dran als die letzten monate. dann wäre da ein portrait in einem fachblatt, dass seinem ego nach all dieses narzistischen kränkungen ganz gut tut. und dann ist da ja auch, dass er z.b. heute seine liebe freundin e. wieder sehen durfte, was ganz famos ist. und auch, dass er so entsetzlich muskelkater hat, weil er nämlich wieder einen trainer hat, der ihn hoffentlich in nullkommernix, also so ca. innerhalb eines jahres, wieder auf seine form hochjazzen wird. und toll ist auch, dass das mit der untenrummigkeit ganz gut klappt zurzeit, und zwar auch mal mit der variation: versatile wochen beim prinzen! (muss jetzt echt nicht immer sein, aber passt gut zu den allgemeinen lockerungsübungen, die ihm sein shrink aufgetragen hat.) auch schön war, dass er, nachdem er schon eine woche auf ihn verzichten musste, sein hon wieder in die arme schließen konnte. und als kleinen ausblick: am dienstag schon wieder sehen wird. das ist doch alles eine gute bilanz.

um all dies nicht zu schmälern, wird die geschichte vom biometrischen porno* ein andermal erzählt. denn ab heute zählt fröhlichkeit. wäre doch gelacht, wenn diese mundwinkel sich nicht mittelfristig wieder hochtackern lassen.

*courtesy of frank.

Mittwoch, 2. April 2008

es gibt keinen gott. aber gibt es engel?

diese frage stellte sich am vergangenen samstag in der philharmonie, beim letzten stück vor der pause. auszug aus dem programmtext:

"Mit Harveys neuen Messages musizieren beide Klangkörper nun ein elektronikfreies Werk, dessen Raumkonzept sich doppelchörig manifestiert – ein Verfahren, das Harvey bereits 1994 in Angels angewandt hat.

Von Engeln handeln auch die Messages, deren Text ausschließlich aus Engelnamen besteht. Das etwa 25-minütige Werk reiht Anrufungsrituale von über hundert geflügelten Boten, die sich in sieben Himmeln bewegen. Heaven nennt Harvey jedenfalls die sieben ineinander übergehenden Teile seines Stücks, dessen ruhig fließende Metren ausschließlich von der Silbenzahl des jeweils deklamierten Engelnamens abhängen. Diese Ausgangsidee wird von den Chören äußerst differenziert umgesetzt: vom »unhörbar« eintretenden Summen am Beginn über vielstimmiges Flüstern in Wellen, klar zäsurierten Wechselgesang, improvisierte Tempogestaltung bis zum ätherisch gehauchten Pianissimo des Seventh Heaven. Nicht weniger raffiniert ist die Behandlung des großen Orchesters, das von einer Art Concertino (Celesta, Klavier, Cimbalom und zwei Harfen) angetrieben wird. Auch hier fächert Harvey den Klang auf und verwandelt die Instrumente beispielsweise nach der Anrufung des Erzengels Raphael im Second Heaven in einen großen Flügel, der mit leisen Glissandi, Tremoli und Bläser-Atmen auf- und abrauscht."

der prinz ist atheist. aber kann es sein, dass bei der musikalischen anrufung aller engel (noch dazu auf hebräisch!) sich ein klein wenig divine presence einstellt? he was reduced to tears.

Freitag, 21. März 2008

wenn das der shrink gehört hätte...

queen mom: "warum hast du denn einen therapeuten? geht es etwa um mich?"

Samstag, 15. März 2008

kalorienverbrauch

littlebritain

"denksport" - das klang im ohr des prinzen immer wie ne rechtfertigung für couch potatoes. was bitte an schach ist sport? aber in einem punkt macht das sinn: auch erhöhte geistige tätigkeit verbaucht, wie auch emotionale anspannung, wohl mehr kalorien. anders ist nicht zu erklären, dass der prinz sich seit wochen süßkram reinstopft und auf sport zwecks erkältungsgenesung und zeitfürjobersparnis verzichtet und dennoch nicht verfettet.

Samstag, 29. Dezember 2007

bilanz 07

beruflich hat der prinz dieses jahr seinen hafen befunden, insofern dies bereits nach zwei monaten bilanziert werden kann. der richtige job zur richtigen zeit - gerade weil er den prinzen nicht nur beruflich, sondern auch politisch herausfordert. der prinz ist enthusiasmiert. (nur mit der personalführung in dem laden, da gibt's room for improvement.)

angefangen hatte das jahr anders: was als romanze sich endlich findender erschien, ging dann trotz sympathie rasch auseinander. warum? wenn man das gefühl hat, da stimmt was nicht, dann stimmt das meistens. und mit businessplan, vor-ort-partner und vor allem dem commitment bei manchen chefs dieser herzensfirma gab's da dieses gefühl, zum teil auch fakten, die schon zu beginn sagten: da stimmt was nicht.

familiäre soll-seite: zwei tote großmütter. die eine geliebt aufgrund großer nähe in der kindheit, zwischenzeitlich entfremdet wg. absoluter arschlochigkeit anderen, vom prinzen geliebten menschen gegenüber. dann, vor/bei ihrem tod: versöhnung. die andere geliebt aufgrund von klasse, takt, güte, vorbildlichkeit. eine grand dame. ohne überhöhen zu wollen: ein großer verlust, nicht nur für den prinzen.
eine komplett verkorkste tantenschaft, der einen stirbt der freund weg, der anderen wohl der innere kompass. der prinz bekommt die ausläufer des infernos zu spüren, und die reichen schon.
auf der haben-seite: ein näherrücken an die meltern, geografisch wie auch emotional. unverhofft. und schön. dass soviel entspannung sein kann!

freunde: without you, i'm nothing. erfreulicherweise haben bislang fast alle freundschaften die abwesenheit überlebt. dankbarkeit, die viel zu selten ausdruck findet. dabei sind sie das gerüst, ohne dass der prinz zusammenfallen würde wie ein zu früh dem ofen entrissenes schokosoufflée. und was hat der prinz da für freunde! phantastisch! wenn ihn mal wieder selbstzweifel plagen, dann erinnert er sich seiner freunde und denkt: wenn diese tollen menschen mit dem prinzen freund sein wollen, dann kann er ganz so langweilig, so unfähig und so soziopathisch ja gar nicht sein.
was gibt es da zu lernen? bislang hat sich noch keiner auf dem sterbebett gewünscht, mehr zeit im büro verbracht zu haben. also beschließt der prinz für 08: mehr zeit für freunde. besonders, da einer dieses jahr gestorben ist. und der prinz sich nicht mehr verabschieden konnte.

und, ach, die liebe: beautiful chaos.
wie gut ist es, den pheerce an seiner seite zu wissen! soviel vertrauen und vertrautheit, soviel heimat, dass wünscht man eigentlich allen menschen und so viele haben es nicht. aber was ist das? es ist ja kleine klassische beziehung, das hatten wir bereits acht jahre lang und hatten das vor vier, fünf jahren offiziell, komplett mit abschiedsfeier, beendet. und dann wieder zusammen gezogen, getrennte schlafzimmer, getrennte bäder, getrennte liebschaften. wohngemeinschaft deluxe? lebensgemeinschaft, basisvariante? und wie passen da die anderen männer rein, die, mit denen man nicht nur, und ja, die gibt es auch, gelegentlich handelseinig wird, sondern solche, die einem mehr bedeuten? z.b. h. aus der wüste, der den prinzen so beflügelte? welche chance gibt man sich, gibt man den anderen? immer diese erklärungsnot, in der wortreichtum und überzeugungskraft im reziproken verhältnis zueinander stehen. zwischen heirat und wohngemeinschaft scheint alles möglich. und ohne kategorien scheinen wir nicht auszukommen.

und wenn der prinz sich selbst bilanziert? pffhhh. reden wir in zwei jahren noch einmal. dann ist er vierzig.

Sonntag, 2. Dezember 2007

nebenwirkungen

hornhaut wegbruzzeln lassen hat nebenwirkungen: der prinz, dem gelegentlich eine gewisse gefühlskälte nachgesagt wurde, geht nun prinzipiell trockenen auges durch die welt. und zwar mit einem diabolischen blick, der nach wie vor die iris rot umflammt.

auf der eher profanen kostenseite sind austauschen der sonnenbrillengläser zu nennen. und zwei unverbrauchte packungen tages-kontaktlinsen, stärken -2.00 und -2.75. bedarf, anyone?

acuvue

Freitag, 9. November 2007

"merken sie sich das gefühl!" oder warum der prinz nicht schauspieler wurde oder home was hell

schauspieler merken sich gefühle, um sie an passender stelle (bühne, kamera, ehekrach) wieder hervorzuholen.
der prinz hingegen pflegt emotionen, zumindest unangenehme, möglichst rasch zu vergessen. bis sie wieder durch unfreiwillige regressionstherapie aktiviert werden. wie zum beispiel letzte woche. und das kam so:

der fantastische neue job hat ein winziges zeitweiliges häkchen: er ist in frankfurt am main, der stadt der prinzlichen kindheit und jugend. schon damals war klar, dass der prinz mehr aus der alten stadt auszog als er nach berlin hinzog: the relationship to his mother and stepfather was, to put it mildly, slightly strained back then.

nach achtzehn jahren hat sich das verhältnis weitgehend normalisiert, doch eine (unausgesprochene) regel blieb bestehen: nie mehr als 48 stunden kontakt.

die prinzliche zweitwohnung ist, so ergab sich eine woche vor beginn des neuen jobs, erst im dezember bezugsbereit. kurzerhand hieß dies: wohnen bei muttern. wie damals. und nun nehme man noch den umstand hinzu, dass des prinzens alte schule in unmittelbarer nachbarschaft seines neuen büros liegt. mithin 45 minuten alter schulweg, und zwar zu einer tageszeit, die der damaligen ebenfalls entspricht, liegen nun täglich vor ihm.
in kombination mit noch nicht überwundenen jetlag, einem leicht höheren emotionalisierungsniveau durch die beerdigung und dem vortrag der grabesrede den tag zuvor, und, stupid me, mit annie lennox im ohr, können sie sich, werte leserschaft, ggf. in umrissen ausmalen, welchen emotional flashback der prinz am tag seines jobbeginns durch… ja, sagen wir es ruhig: durchlitt. i'm telling you: feelings you thought you'd never have again. suddenly 17 again. but not in the good way.


(es ist besser, wenn sie bill murray nicht mögen. wenn sie einerseits dem impuls haben, das video stoppen zu müssen, das audio sie aber in bann hält, dann ist das die naheliegenste youtube-simulation der prinzlichen emotionalen zeitreise.)

sein ihm sehr nahe stehender bruder meinte kürzlich: wäre es nicht schade, wenn die eltern das haus verkaufen würden?
und der prinz dachte bei sich: und wenn die hütte morgen in flammen stünde – der prinz legte noch einen scheit drauf.
aber des bruders sentiment hatte auch was tröstliches: es ist schön zu wissen, dass er eine erinnerungswürdigere kindheit und jugend hatte als der prinz.

Samstag, 20. Oktober 2007

i can see!

eigentlich sollte hier ein kleiner medley aus "is was, doc?" , "interview mit einem vampir" und anderen filmschnitzeln zu obigen thema stehen.
doch erstens kann der prinz das gar nicht und zweitens hat glamourous dick es perfekt zusammen gefasst: it's a new, it's a doris doris day..

ein paar tausend dollares leichter und den geruch verdampfender hornhaut noch in der nase ist der prinz nun brillenlos…

Freitag, 5. Oktober 2007

Der jugendliche Liebhaber.

flandrin-young-man-nude

Marc* hat ihn. Harald hat ihn. Und auch Hans hat ihn. Andreas hat ihn schon lange. Und der prinzliche Leibarzt Adam hat ihn offenbar auch. Manfred ist ein Veteran auf dem Gebiet. Und von Robert weiß man auch so einiges. Und ja: auch der Prinz hat schon einschlägige Erfahrungen gesammelt.
Er liegt also eindeutig im Trend: der jugendliche Liebhaber.

Männer um die Vierzig (und plus) werden gehäuft mit Männern Mitte Zwanzig gesichtet. Wobei „gesichtet“ irreführend ist: oft beschränken sich die wiederholten Begegnungen auf das Bett. Und diese Konzentration auf das Wesentliche erfolgt wohlgemerkt, und dies mag Sie, werte Leserin und werter Leser, wahrscheinlich ebenso ungläubig erstaunen lassen wie anfangs den Prinzen, auf Wunsch des Jüngeren.

Es ist nicht der alte, geifernde Bock, der dem jungen, zarten Gemüse nachstellt und es sich über allerlei Vorteilsgewährung gefügig hält. Und es ist auch nicht so, dass diese frisch knospenden Pflänzchen nach Lebenserfahrung, Weisheit und Führung darben und die einhergehende Proximität welken Fleisches als notwendiges Übel in Kauf nehmen. Nein, werte Leserschaft: so Sie denn nicht selbst in einschlägigen Kreisen verkehren, beispielsweise dem Blauen Salon, so sei Ihnen von Dingen berichtet, die dem Prinz höchstselbst widerfuhren: Fesche, knackige Männer, und man muss es so drastisch formulieren, reißen mit Vorliebe ältere Herren auf.

Als die Frau Königin Mutter kürzlich durch eine gezielte Indiskretion der unmittelbaren Umgebung des Prinzen von eben einer solchen Begebenheit erfuhr, schwieg sie erst, hob dann eine Augenbraue und kommentierte schließlich: „Männer unter fünfzig sind doch langweilig.“

Darauf ist nur zu sagen, dass erstens auch ein über 50jähriger Liebhaber des Prinzen bei Frau Königin Mutter wohl zu gehobenen Augenbrauen führen würde. Und dass zweitens es hier ja, wie eingangs berichtet, um Sex geht. Und dass feste, sportliche Körper, jugendliche Ausdauer und Begeisterung durchaus von Vorteil sein können.

Dennoch wäre es verkürzt, nur auf das Fleischliche einzugehen: diese Geschöpfe mit der Pfirsichhaut, den wachen, blitzenden Augen und der schier unerschöpflichen Virilität geben mitunter auch ganz hervorragende Gesprächspartner ab. Zumindest dann, wenn man einen leichten Hang zum Dozieren hat, wie dem Prinz mitunter bescheinigt wird, und das Gegenüber an den Lippen hängt. Charme und Intelligenz versprühen ohnehin die meisten dieser Jungs.

Die Frage jedoch bleibt: wie kommt es zu dieser Bedürfnisverschiebung? Wieso wird der Wunsch des Älteren nach einer gemeinsamen Wochenendreise oder sonstiger Freizeitaktivitäten mit den Worten: „Just sex, please.“ abschlägig beschieden? Die Primärvermutung wäre ja gegenteilig: Jung will Geist und Alt giert nach Fleisch.

Die Antwort, und dies stellt nur eine These zur Diskussion dar, steht seit einigen Jahren in den Gesichtern geschrieben: der Bart. Der Trend, nicht mehr glatt wie Kind im Gesicht, sondern behaart wie Papa durch die Gegend zu laufen, führte zu einer langsamen, aber sicheren Verschiebung des Schönheitsideals. Und zwar ausnahmsweise mal die Altersskala hinauf, und nicht hinunter. Nicht mehr die Grenze von Adoleszenz und Pubertät zu Wachstumsstopp markiert gemeinhin den Zeitpunkt besten Paarungsalters, sondern die Zeichen des Mannestums, der Reife, der Übergang zu dem Alter, bei dem außer Frage steht, dass es dem Erwachsenen zugeordnet werden muss. Indiz für diesen Umstand ist auch die bei Junghomos ungebrochene Popularität der Radio1-T-shirts mit dem Claim „Nur für Erwachsene“.

Wir alten Männer müssen uns eingestehen: wir sind im hohen Alter noch einmal das geworden, was wir schon früher einmal waren (oder hätten sein können): Sex toys. Nur nicht mehr für die damalige 40+-Generation. Sondern heute eben unter verkehrten Vorzeichen.

Der Leibarzt meinte kürzlich: „Ich bin gerade 40 geworden. Soviel Sex wie heute hatte ich noch nie.“ Und der Prinz entgegnete: „Ist es nicht phantastisch, dass wir heute leben und nicht vor fünfzehn Jahren vierzig Jahre alt waren?“


*alle Namen von der Redaktion geändert.

Donnerstag, 30. August 2007

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no more courtesy untenrums. contrary to popular believe, it's not a good deed. and it leaves a bad aftertaste.

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